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Musikschulen in Niedersachsen
Informationen des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen e.V.
   8. September 2010

Projekt „Qualitätssystem Musikschulen“ erfolgreich abgeschlossen

In Niedersachsen arbeiten seit 2004 bereits 25% aller Musikschulen mit einem auf ihre Bedingungen abgestimmten Qualitätsmanagement nach dem internationalen Standard der European Foundation for Quality Management (EFQM).

Beschreiben, einschätzen, verbessern – Evaluation und Qualitätsmanagement sind Themen, die in der Kulturförderung und in der kulturellen Bildung immer intensiver diskutiert werden. Unzählige Studien und Tagungen zeigen es: Qualitätsmanagement von Kultur- und Bildungsangeboten wird gerade in Zeiten knapper Kassen immer mehr auch zum Maßstab für Förderentscheidungen. Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) hat die Bedeutung dieses Themas schon vor Jahren erkannt: Mit dem von ihm entwickelten „Qualitätssystem Musikschule“ (QsM) ist er auf diesem Gebiet führend.

In Niedersachsen arbeiten nun bereits 25% aller Musikschulen mit einem auf ihre Bedingungen abgestimmten Qualitätsmanagement nach dem internationalen Standard der European Foundation for Quality Management (EFQM). Niedersachsen hat damit bundesweit die höchste Dichte an Musikschulen, die das QsM eingeführt haben. Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen begleitete und unterstützte in einem dreijährigen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt Musikschulen zwischen Stade und Salzgitter, Meppen und Lüchow bei der Einführung des QsM. Die 20 teilnehmenden Musikschulen haben in mehreren Projektphasen ihre Arbeit analysiert, bewertet und in einem Organisationsentwicklungsprozess Verbesserungspotenziale umgesetzt. Mit dem QsM haben sie nun besonders gute Voraussetzungen, die Qualität ihrer Arbeit zuverlässig und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Den erfolgreichen Abschluss des Projektes feierte der Landesverband niedersächsischer Musikschulen am 18. September 2004 in Hannover. Bei der Veranstaltung warfen die Beteiligten – umrahmt von Brasil-Jazz und Bodypercussion - aus verschiedenen Perspektiven einen Blick auf den Projektverlauf: Muchtar Al Ghusain, Musikreferent beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Horst Siebert, Professor für außerschulische Jugendbildung an der Universität Hannover sowie Vertreter aus den beteiligten Musikschulen und dem Verband deutscher Musikschulen zeigten Zukunftsperspektiven für Qualitätssicherung und Evaluation in der kulturellen Bildung auf. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass alle Bemühungen um den Nachweis und die Verbesserung von Qualität nicht unabhängig vom gesellschaftlichen und politischen Kontext gesehen und nicht losgelöst von politischen Zusammenhängen betrieben werden können. Das Qualitätssystem Musikschule könne aber dabei helfen, dass auch politische Entscheidungen wieder nach Qualitätskriterien getroffen werden. „Als selbst lernende Organisationen ist es den Musikschulen durch die Arbeit mit QsM möglich, individuelle Profile zu erarbeiten und erfolgreich im Sinne ihres Bildungsauftrages, der Zufriedenheit ihrer Schüler und Partner, mit positiven Auswirkungen auf die Mitarbeitermotivation und zugleich ökonomisch verantwortungsvoll zu handeln“, so Christiane Krüger, Mitglied im VdM-Bundesvorstand und im QsM-Beirat des VdM. Geert Latz, Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen, bekräftigte dies: „Die Musikschulen zeigen mit dem QsM, dass die Elternbeiträge sowie die Zuschüsse der Kommunen und des Landes effizient und effektiv eingesetzt werden“.

„Trotz der Sparandrohungen gehen die Musikschulen konsequent den Qualitätsweg“, beschreibt Projektleiter Friedrich Soretz die nachhaltige Wirkung des Projektes auf die Arbeit der Musikschulen. In einer Abschlussbefragung der 200 Mitwirkenden erklären fast 60 Prozent, dass das Projekt dazu beigetragen habe, die Existenz ihrer Musikschule zu sichern und zwei Drittel der Befragten, dass sich durch QsM die Außenwirkung ihrer Musikschule verbessert habe. Über 90 Prozent der QsM-Beteiligten meinen, dass durch QsM eine Sensibilisierung für das Thema „Qualität“ im Kollegium stattgefunden habe. Als weitere positive Effekte des Projektes nennen die QsM-Teilnehmer eine verbesserte Kooperation unter den Lehrkräften (72%) und einen verbesserten Dialog zwischen Schulleitung und Kollegium (88%).

Den Weg zu diesen zum Teil tiefgreifenden Veränderungen dokumentiert die Broschüre „Wenn Schulen lernen wollen...“, die beim Projektabschluss feierlich übereicht wurde. Neben Erfahrungsberichten aus den einzelnen Schulen finden sich hier Beiträge rund um die Themen Qualitätsmanagement und Evaluation u.a. von Max Fuchs, Dirk Kurbjuweit, Christiane Krüger und VdM-Bundesgeschäftsführer Rainer Mehlig sowie Ulrich Wüster, der maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des QsM im VdM hatte. Einen wichtigen prominenten Befürworter hat das QsM-Projekt mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff. In seinem Grußwort zum Projektabschluss schreibt er: „Ich hoffe sehr, dass dieses Pilotprojekt der Musikschulen Nachahmer in anderen Kulturinstitutionen finden wird (...) und ich wünsche mir auch für die Zukunft Musikschulen als leistungsfähige Partner einer ganzheitlich verstandenen Pädagogik“.

Meike Ziegenmeier
[Publiziert am 29.06.2005, 10:48]
 
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