Die integrative Band "Just Fun" in Aktion im CAPITOL HannoverEs ging laut und fröhlich zu beim Hannoverschen Integrativen Soundfestival, das am Sonnabend gleichzeitig den Auftakt zur Woche des Down-Syndroms markierte. Mit zahlreichen Informations- und Festveranstaltungen feiert der Verein Down-Syndrom Hannover in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen.
„Gib mir deine Hand“, ruft der elfjährige David seinem Kumpel Thaddäus zu. Der Zehnjährige reicht sie ihm und strahlt. Dann drehen sich die beiden Freunde zur Musik der hannoverschen Band Plan B wie wild im Kreis, toben über die Tanzfläche des Saals in der Musikschule an der Maschstraße und strecken zur Jazzmusik ihre Hände in die Höhe – so wie das Jungs in ihrem Alter eben machen.
Zur Musik von acht Bands, darunter auch fünf sogenannte integrative Gruppen, in denen behinderte mit nicht behinderten Musikern zusammenspielen, feierten sich die Bandmitglieder gegenseitig.
Bereits am Nachmittag spielten Project Nine aus Hannover, rhythmisch begleitet von den beiden behinderten Schlagzeugern Robin Schulze und Markus Tölke, und brachten die Stimmung auf den Siedepunkt. „Die Leute haben richtig mitgerockt“, sagte der 19-jährige Schulze anschließend. Die jungen Musiker der Musikschulen-Band Combo 2, die erst später dran waren, staunten nicht schlecht über das Bühnenprogramm der integrativen Band. „Geile Sache“, meinte Sven Düerkop, 17-jähriger Saxofonist der Gruppe. „Das ist ein beeindruckender Beweis, dass auch Menschen mit Behinderungen richtig gute Musik machen können.“
Dass die Leistungen nur ein Beispiel sein sollten, was behinderte Menschen alles leisten können, erklärte die Vereinsvorsitzende des Down-Syndrom-Vereins, Christiane Joost-Plate. „Es gibt immer noch viele Vorurteile, die wir mit solchen Veranstaltungen abbauen wollen“, sagte die Musikerzieherin, die an der Musikschule inzwischen auch einen Zweig mit integrativen Angeboten aufgebaut hat.
Wie viele Probleme es bei behinderten Kindern im Alltag gibt, weiß Davids Mutter Stephanie Petrek aus eigener Erfahrung. Sie sei zu dem Integrativen Soundfestival gekommen, um mal zu schauen, ob vielleicht Musik eine geeignete Freizeitbeschäftigung für ihren Sohn sein könnte. „So viele Möglichkeiten gibt es für Kinder mit Behinderungen leider nicht“, meinte Petrek. Sie hätten es schon mit Leichtathletik probiert, aber David brauche eben mehr Zeit, um Dinge zu erlernen. „Und diese Zeit nehmen sich viele gesunde Menschen leider nicht“, sagte die Mutter.